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Wir machen uns stark -
Teilkonzept zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels

Vor uns die Sintflut?

Viele Menschen haben in den letzten Jahren die oft katastrophalen Auswirkungen von Starkregenereignissen, Stürmen, Hagel und Überschwemmungen erleben müssen. Als Folge des Klimawandels ist mit solchen Extremwetterereignissen in Zukunft häufiger und in höherer Intensität zu rechnen. Zur Vermeidung von Personen- und Sachschäden, kommt der Vorbereitung zentrale Bedeutung zu – von der Schadensbegrenzung bis hin zum Umgang mit den finanziellen Folgen.

Die drei Kommunen Lohmar, Much und Ruppichteroth gehen ihren gemeinsamen Weg zur Nachhaltigkeit, beim Klimaschutz und zum verantwortungsvollen Umgang mit den zu erwartenden Folgen des Klimawandels konsequent weiter. Ergänzend zum Intergierten Klimaschutzkonzept haben sich die Kommunen entschlossen, Teilkonzepte zur Anpassung an den Klimawandel erstellen zu lassen.

Gegenstand der Untersuchung waren Vulnerabilitätsanalysen (Verwundbarkeit), die Strategieentwicklung zur Klimaanpassung und die Planung und Priorisierung von Maßnahmen. Neben Starkregen und Überflutungsrisiken gehörte die Funktionssicherung von Verkehrswegen und technischer Infrastruktur bei Extremereignissen zu den wichtigsten Untersuchungsfelder. Darüber hinaus ging es um die Feststellung kommunaler Synergien mit anstehenden Planungen und interkommunaler Synergien für die Umsetzung gemeinsamer Maßnahmen. Außerden wurde unter enger Einbindung zahlreicher Akteure ein Umsetzungskonzept erarbeitet.

Dabei wurden für jede Kommune eigenständige Konzepte mit Maßnahmen zur Anpassung an die zu erwartenden lokalen Folgen des Klimawandels und einer Strategie zur Umsetzung erarbeitet.

Das Büro INFRASTRUKTUR & UMWELT - Prof. Böhm und Partner" aus Darmstadt wurde Anfang Oktober 2016 mit der Projektbearbeitung beauftragt. Das Projekt wurde im Oktober 2016 abgeschlossen.

Zusammenfassung:

Nach einer Bestandsaufnahme und Vulnerabilitätsanalyse wurden für jede Kommune spezifische Maßnahmen entwickelt und in einem Maßnahmenkatalog zusammengestellt. Zeitgleich wurden kommunale Strategien, Ziele und Leitbilder zur Anpassung an den Klimawandel entworfen. Unter Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern im Rahmen einer öffentlichen Klimakonferenz wurden die Maßnahmenkataloge ergänzt und anschließend die wichtigsten zielführenden Maßnahmen identifiziert.

Es wurden Umsetzungsfahrplän für die prioritären Maßnahmen erstellt und Konzepte für Controlling und Öffentlichkeitsarbeit ausgearbeitet.

Ablauf und Ergebnisse des Projektes "Teilkonzepte zur Anpassung an den Klimawandel in Lohmar, Much und Ruppichteroth" wuden in einem Abschlussbericht zusammengefasst. Die Kurzfassung des Abschlussberichtes steht ihnen zum Download zur Verfügung (Kurzbericht Klimaanpassung [PDF, 655 kB] und Anhang zum Kurzbericht Klimaanpassung) [PDF, 6.3 MB]. Die Langfassungen werden aus technischen Gründen aktuell nur ohne Anahang zum Download bereitgestellt. Der Download der Anhänge sollte in Kürze jedoch auch möglich sein. Sollte Sie akut Interesse an der Langversion bzw. den Anhängen haben, so nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.

Aktueller Status:

Verschiedene Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel laufen oder wurden bereits umgesetzt:

Beispiel: Erweiterung des Ellhauser Bachs in Lohmar-Donrath

Normalerweise ist der Ellhauser Bach eher als Rinnsal zu bezeichnen, so dass die Querschnitte im verrohrten Teil absolut ausreichen, das Wasser weiter in die Agger zu leiten. Doch nach starken Regenfällen reichten die Querschnitte nicht aus, so dass es in der Vergangenheit bereits zu Überschwemmungen kam. Daher wird der Bachlauf soweit erweitert, dass der Bach auch bei einem als 250-jährigen Hochwasser definierten Ereignis nicht über die Ufer tritt.

Eine gänzliche Öffnung des verrohrten Teils des Bachlauf war leider nicht möglich, da dieser teilweise durch bebaute Privatgrundstücke verlief und nicht alle Eigentümer der Öffnung des Baches zustimmten. Trotzdem wird auch dieser Teil erweitert. Das aus Beton bestehende Kastenprofil mit einer Breite von 120 cm und einer Höhe von 80 cm wird deutlich mehr Wasser ableiten können als bisher. Das Projekt soll bis Ende April 2018 abgeschlossen sein. Die Kosten der Bacherweiterung werden sich auf knapp eine Million Euro belaufen.

Projekt-Verlauf:

In der ersten Phase der Bestandsaufnahme und Vulnerabilitätsanalyse wurden bereits ausgewählte Akteure aus der Region beteiligt. So wurde im Dezember 2015 eine Online-Umfrage durchgeführt und die Ergebnisse der Umfrage noch durch persönliche Gespräche und Telefon-Interviews ergänzt.

In einem ersten Workshop am 3. März wurde mit gut 40 Fachleute aus den Verwaltungen der drei Kommunen und des Kreises, VertreterInnen der Kommunalpolitik sowie Akteuren aus Land- und Forstwirtschaft, Wasserwirtschaft, Naturschutz und Tourismus innerhalb themenspezifischer Arbeitsgruppen intensiv über die lokalen Betroffenheiten, Handlungsbedarf und Handlungsoptionen diskutiert. Neben Starkregen und Hochwasser wurden die Themen Sturm, Hitze und Trockenheit betrachtet. Dabei wurden auch bereits Überlegungen angestellt, welche Maßnahmen zur Anpassung (z.B. Vorsorge, Bewältigung, Nachsorge) zukünftig notwendig sind. 

Programm des Workshops am 3. März [PDF, 202 kB]

Pressemitteilung zum Workshop am 3. März 2016 [PDF, 190 kB]

Präsentationen im Rahmen des Workshops:

Abschätzung der Folgen des Klimawandels für Lohmar, Much und Ruppichteroth [PDF, 1.5 MB]

Analyse der Betroffenheiten in Lohmar, Much und Ruppichteroth [PDF, 2.0 MB]

Starkregenereignisse, Identifizierung von Risiken und Handlungsmöglichkeiten [PDF, 6.9 MB]

Anpassung an Hitzeereignisse, Hitzeflyer des Rhein-Sieg-Kreises [PDF, 3.7 MB]

Anpassung in Land- und Forstwirtschaft, Aufwertung von Waldflächen und der Wasserwirtschaft [PDF, 432 kB]

Zusammenfassung und Vorstellung der Ergebnisse im Plenum.
Foto: © Klimakompakt


In einem zweiten Workshop am 12. Mai in Much wurden die Themen der Handlungsmöglichkeiten und Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel in Lohmar, Much und Ruppichteroth weiter vertieft.

In Abstimmung mit dem interkommunalen Projektteam entwickelte das Büro Infrastruktur & Umwelt einen Entwurf für eine gemeinsame Strategie zur Anpassung an den Klimawandel .

160512_Workshop2_Entwurf_der_gemeinsamen_Strategie_zur_Klimaanpassung.pdf [PDF, 1 MB]

Dieser wurde hinsichtlich der Ziele und der bereits laufenden sowie der vorgeschlagenen Maßnahmen aus Sicht der etwa 30 Fachleute und kommunalen Akteure überarbeitet und konkretisiert. Für jede Kommune wurden die Ziele und Maßnahmen identifiziert und priorisiert. Aus den Ergebnissen des Workshops werden nun kommunenspezifische Leitbilder und Maßnahmenkataloge erarbeitet. 

Die Ergebnisse sollen am 28. Juni im Rahmen einer Klimakonferenz der Öffentlichkeit vorgestellt und mit den Bürgerinnen und Bürgern der drei Kommunen diskutiert werden.

Die Umsetzung der danach vorliegenden Maßnahmenkataloge wird Gegenstand eines dritten Workshops im September sein.

160513_PM_Workshop2_Anpassung_Klimawandel.pdf [PDF, 180 kB]

Norbert Büscher, Bürgermeister aus Much, begrüßt die Teilnehmer des Workshops.
Foto: © Infrastruktur und Umwelt


In einer öffentlichen Klimakonferenz am 28. Juni in Lohmar wurden der Öffentlichkeit die erarbeiteten Ziele und Maßnahmenkataloge der drei Kommunen Lohmar, Much und Ruppichteroth vorgestellt und anschließend mit den interessierten Bürgerinnen und Bürgern diskutiert. Die Ergebnisse der Klimakonferenz fließen nun in das Teilkonzept ein.

Die Umsetzung der danach vorliegenden Maßnahmenkataloge wird Gegenstand eines dritten Workshops im September sein.

Foto: © Klimakompakt


Der dritte Workshop zur Umsetzung der priorisierten Maßnahmen fand am 26. September in Lohmar statt.
14 Akteure und externe Fachleute möglicher Kooperationspartner entwickelten die Fahrpläne zur Umsetzung der priorisierten Maßnahmen.

Dabei konnten bereits die ersten Aktivitäten in Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern gestartet werden.

Projektabschluss

Die Teilkonzepte zur Anpassung an den Klimawandel in den Kommunen Lohmar, Much und Ruppichteroth wurden Ende Oktober 2016 fertiggestellt.

Ergebnisse:

  • Die lokal zu erwartenden Auswirkungen des Klimawandels wurden ermittelt und Risikobereiche in den Kommunen lokalisiert
  • Es wurden kommunale Strategien, Ziele und Leitbilder zur Anpassung an den Klimawandel entworfen.
  • Für jede Kommune wurden spezifische Maßnahmen entwickelt und in einem Maßnahmenkatalog zusammengestellt.
  • Es wurden Umsetzungsfahrplän für die prioritären Maßnahmen erstellt
  • Es wurde ein Controllingkonzept ausgearbeitet
  • Es wurde ein Konzept für die Öffentlichkeitsarbeit ausgearbeitet

Ablauf und Ergebnisse des Projektes "Teilkonzepte zur Anpassung an den Klimawandel in Lohmar, Much und Ruppichteroth" wuden in einem Abschlussbericht zusammengefasst. Die Kurzfassung des Abschlussberichtes steht ihnen zum Download zur Verfügung (Kurzbericht Klimaapassung [PDF, 655 kB] und Anhang zum Kurzbericht Klimaanpassung) [PDF, 6.3 MB]. Die Langversion werden wir Ihnen in Kürze ebenfalls zur Verfügung stellen.

Ausführendes Büro:

INFRASTRUKTUR & UMWELT
Professor Böhm und Partner
Julius-Reiber-Straße 17
D-64293 Darmstadt

Tel.: 06151 8130 0
www.iu-info.de

Die Erstellung der Teilkonzepte wird im Rahmen der Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert.

Daten zur Förderung:

Teilkonzepte "Anpassung an den Klimawandel "

Förderkennzeichen:
03K01776 (Lohmar)
03K01777 (Ruppichteroth)
03K01778 (Much)

http://www.bmu-klimaschutzinitiative.de

Projektträger Förderung:  
www.fz-juelich.de/ptj/klimaschutzinitiative

 

 

Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.