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Erderwärmung - welche Folgen erwarten uns wirklich?

Wer bei Klimawandel hauptsächlich an steigende Meeresspiegel, ein paar mehr Stürme, weniger Schnee im Winter und heißere Tage im Sommer denkt hat zwar recht, jedoch ist das nur ein kleiner Ausschnitt der Auswirkungen die auf uns zukommen werden. Die gesamten Folgen der Erderwärmung sind so umfangreich und komplex, dass selbst Fachleute nicht in der Lage sind alles zu realisieren und wahrzunehmen.

Hier sollen nur ein paar weitere mögliche Auswirkungen des Klimawandels aufgezeigt werden, um zu verdeutlichen, wie wichtig es ist die Erderwärmung soweit wie möglich zu begrenzen.

Schmelzende Pole und Gletscher

Die Erderwärmung lässt Pole und Gletscher schmelzen was zu einem erheblichen Meeresspiegelanstieg führt. Küstennahe Bereiche werden unbewohnbar, Küstenstädte überflutet und Millionen Menschen werden Klimaflüchtlinge.

Das Schmelzen der Gletscher und des Permafrostes in den Bergen verlieren diese ihre Stabilität. Steinschlag, Bergrutsche und Muren (Schlammlawinen) in ungekanntem Ausmaß sind die Folge. 

Das Auftauen des Permafrostbodens in den nördlichen Regionen

Im weit verbreiteten arktischen Permafrostboden sind 1,8 Billionen Tonnen Kohlenstoff gespeichert. Taut dieser auf wird der Kohlenstoff in Form von Methan freigesetzt. Methan ist 34 Mal so wirksam wie CO2. Die Erderwärmung wird dadurch um ein vielfaches beschleunigt.

Im "ewigen Eis" der Pole und des Permafrostbodens sind aber auch Krankheitserreger konserviert. Es wurden bereits Krankheitserreger nachgewiesen, die seit Millionen von Jahren im Eis eingeschlossen sind. Schmilzt das Eis werden diese freigesetzt und zirkulieren in der Luft. Da unser Immunsystem diese Erreger noch gar nicht kennt ist kaum absehbar was passiert. Auch Grippeerreger (Viren) aus dem Jahr 1918 wurden schon gefunden. 1918 haben sie 100 Millionen Menschenleben gekostet. Auch diese werden wieder freigelassen. Forscher vermuten, dass uns noch weitere unangenehme Erreger heimsuchen werden, wie z.B. Pocken, Beulenpest und Milzbrand. 

Hitzeperioden und Hitzeregionen

Regionen die Aufgrund der hohen Temperaturen zu regelrechten Todeszonen werden gibt es bereits heute. Der menschliche Körper ist ab einem bestimmten Grenzwert einfach nicht mehr in der Lage sich zu kühlen. Vorher treten bereits gesundheitliche Schäden durch Dehydrierung auf.

In unseren Breitengraden werden sommerliche Hitzewellen, bei denen tausende an einem Tag sterben können, zur Normalität.

Lebensmittelknappheit

Pro 1 Grad Temperaturerhöhung geht der Ertrag von Getreide um mindestens 10 Prozent zurück - und das bei einer derzeit stark wachsenden Weltbevölkerung. Hinzu kommt, dass häufigere und heftigere Dürreperioden (auch in Europa) fruchtbares Ackerland in Wüsten verwandeln werden. Anbaugebiete in die nun wärmeren nörlichen Gebiete zu verlegen klingt wie eine gute Idee, doch leider haben dort keine ausreichend gute Qualität der Böden. Bis z.B. in Kanada oder Russland geeignete, fruchtbare Böden für die Landwirtschaft entstehen vergehen mehrere hundert Jahre.

Ausbreitung von Krankheiten in Europa

Durch die warmen Winter in Europa und ausbleibenden Frost werden sich zahlreiche Krankheitserreger die wir bisher nur aus der Äquatorregion kannten (wie Malaria, Dengue-Fieber und viele mehr) auch bei uns wohl fühlen und vermehren.
Auch Parasiten wie Egel, Milben, Zecken u.a. lieben es warm. Mit jedem Grad höherer Temperatur vermehren sie sich zehn mal schneller.

Veränderung der Atemluft führt zu Gesundheitsproblemen

Vor Kurzem ist der CO2-Gehalt in unserer Atemluft auf 400 ppm gestiegen. Ende des Jahrhunderts wird dieser Anteil wohl auf 1.000 ppm angestiegen sein. Medizinischen Studien zufolge verringert sich dadurch unsere geistige Leistungsfähigkeit um 21 (!) Prozent. Ist es wärmer entsteht auch mehr Ozon in der Atemluft was zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen und einem erhöhtem Risiko von Autismus bei Neugeborenen führt.
Rauchpartikel aus der Verbrennung fossiler Treibstoffe und vermehrter Waldbrände in unserer Atemluft führen zu einem Anstieg von Herz-Kreislauferkrankungen.

Durch die Veränderung unserer Atemluft verkürzt sich unsere Lebenserwartung vermutlich deutlich.

Erhöhte Waldbrandgefahr

Durch die Erderwärmung verlängert sich die Waldbrandsaison und es wird insgesamt zu deutlich mehr Waldbränden kommen. Dadurch sinkt der Waldbestand und mit ihm die Sauerstoffproduktion und die CO2-Speicherfähigkeit. Stehen die Wälder auf Torfböden, so verbrennen diese mit und setzen zusätzlich Unmengen CO2 frei.

Veränderungen in den Meeren

Die Erderwärmung führt auch zu höheren Temperaturen in den Meeren. Dadurch versauern die Meere , wodurch sich Flora und Fauna in den Meeren drastisch verändern werden. Viele Tier- und Pflanzenarten werden vermutlich aussterben (siehe Korallensterben), andere werden sich massenhaft vermehren.
Durch den Erhöhten Eintrag von Süßwasser verändern sich die Meeresströmungen die unser Klima steuer.

Steigende Anzahl von Konflikten

Jede Erwärmung um ein halbes Grad erhöht die Wahrscheinlichkeit kriegerischer Auseinandersetzungen in der Welt um 10 bis 20 Prozent. Kriegsflüchtlinge sind nur eine der dramatischen Folgen.

Welt-Ökonomie

Jedes Grad Erderwärmung kostet 1,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes sagen Forschungsergebnisse zur Ökonomie der Erderwärmung. Die mittlere (!) Schätzung besagt, dass dies einen weltweiten Einkommensverlust von 23 Prozent pro Kopf zur Folge hat (resultierend aus Veränderungen in der Landwirtschaft, steigende Kriminalität, Stürme, Energieknappheit und einer erhöhten Sterblichkeit).

Fazit:

Nach dem Pariser Klimaabkommen ist eine Begrenzung der Erwärmung auf maximal zwei Grad unser Ziel. Mehr darf es nicht werden. Nach heutigem Stand (etwa 1 Grad Erwärmung haben wir schon) geben Experten uns nur geringe Chancen, dass wir dieses Ziel auch nur annähernd erreichen. Das UN Intergovernmental Panel on Climate Change berichtete zuletzt, dass wir zu Beginn des nächsten Jahrhunderts bereits bei vier Grad angelangt sein werden, wenn wir weitermachen wie bisher. Und selbst das ist nur eine mittlere Schätzung. Es könnten auch acht Grad werden.

Um die Ziele von Paris im Jahr 2050 zu erreichen, müssten die gegenwärtig weiterhin steigenden Kohlenstoffemissionen aus Strom- und Energieerzeugung sowie industrieller Produktion pro Jahrzehnt um die Hälfte reduziert werden. Die Emissionen der Landwirtschaft müssten komplett auf null heruntergefahren werden, und wir müssten Technologien entwickeln, um jährlich zweimal so viel Kohlenstoff aus der Atmosphäre zu ziehen, wie alle Pflanzen des Planeten es gegenwärtig zusammen tun.